Mittwoch, 15. September 2010

wisdom, justice, and love?

was war ich nervös! gelesen hatte ich bereits einiges über das neue linkin park-album, und wusste daher: "a thousand suns" scheidet mit einer "mischung aus synthpop und hip-hop" gehörig die geister. die einen loben es in den himmel, die anderen zerreißen es in der luft.


in welche höhen es bei mir gehen sollte, war nach der ersten single-auskopplung "the catalyst" eigentlich klar. dieses grandiose meisterwerk elektronischen rocks mit seinen "symphonies of blinding light" und epischen zusammenbrüchen brauchte ungefähr eine minute, um mich restlos zu überzeugen. das passende video dazu war nur noch das sahnehäubchen.


und dann sowas. nach den zwei (!) intros des albums ein stirnrunzeln. wo ist der bass? statt enormer nu metal-power gibts mit "burning in the skies" erstmal einen wasserfesten soft-rock-song, den man eher auf dem vorgänger "minutes to midnight" erwartet hätte. es folgt die erste von sagenhaften vier (!) interludes, die spannung weicht einer zunehmenden ernüchterung. dann die erste positive überraschung: "when they come for me" begeistert sofort durch einen knüppelharten bass, mitgröhl-lyrics ("try to catch up, motherfucker!") und, wie man es beipielsweise schon vom "meteora"-track "nobody's listening" gewohnt ist, gekonnt eingebaute indianische klänge. geht doch! die anschließende ballade "robot boy" kommt ohne großes aufsehen daher und lehnt wieder ganz unspektakulär an das vorgänger-album an. doch bereits eine interlude später stößt man bei "waiting for the end" als liebhaber der nu metal-zeiten komplett an seine grenzen. was mir hier mit 100 dezibel aus meinen boxen um die ohren fliegt, könnte nämlich auch auf der neuen lady gaga-platte ohne große änderung platz finden. chesters zuckersüße vocals, gepaart mit einem langsamen beat und herzzereißenden lyrics lassen vergleiche zu ihrem "paper gangsta" ziehen.

leider erklimmen linkin park auch mit dem restlichen großteil des albums eher den pop-olymp ("iridescent" mitsamt eines kitschigen chors, "the messenger") als das gute alte nu metal-himmelreich. meist sorgen nicht mal mehr mikes rap-einlagen für besserung. auch die zum ersten mal in der bandgeschichte offenkundig politischen äußerungen wirken im gesamtwerk eher deplaziert. so manifestieren die bügerrechtler martin luther king ("wisdom, justice, and love") und mario savio ("wretches and kings") ihre meinungen zur menschenrechtslage und wettern gegen die großen maschinerien der weltmächte; andererorts erläutert robert oppenheimer ("the radiance"), "vater" der atombombe, seine ansicht zur seiner großen erfindung, indem er eine hinduistische geschichte nacherzählt: "now i am become death, the destroyer of worlds." klingt sehr rührend, lässt aber einen zusammenhang zwischen zitaten und musik, falls vorhanden, nur schwer nachvollziehen.

im großen und ganzen finden sich leider nur wenige highlights unter den meist schnulzigen tracks. erwähnenswert lediglich aufgrund seiner überhaupt vorhandenen bassline ist "blackout", welches bei weitem aber nicht an die besten zeiten der band anknüpft. ein lichtblick bildet da nur noch das bereits erwähnte "wretches and kings" mit seinem catchy beat und tiefen bassriffs.

nervosität ist bei dieser platte also mehr als eindeutig fehl am platz. eine positive weiterentwicklung sieht jedenfalls anders aus. mutig? ohne frage. gut? leider nur bedingt. vielleicht brauche ich aber auch nur etwas zeit.

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