Mittwoch, 25. Januar 2012

The Internet Is For Porn.

Rückblende: Es ist 2001, das Jahr, in dem Britney meine Sklavin sein wollte, Flugzeuge in Türme rasten und alle Welt aus Angst vor BSE die McDonald's-Burger links liegen ließ. Doch irgendetwas passierte in dem Jahr noch... Richtig! Die Familie Schmitz bekam einen Internetanschluss!

Hui, war ich aufgeregt! Am 5. November war es soweit (Britneys Jahr! An dem Tag erschien ihr neues Album) und ich konnte meine Begeisterung kaum im Zaum halten. Zum ersten Mal in den eigenen vier Wänden surfen, was ein Erlebnis. Adieu Internet-Nachmittage bei der Dekra! Willkommen chat4free (die Seite existiert sogar noch, witzig!) im Wohnzimmer.

Hach ja, chat4free. Dort verbrachte ich jede sorgsam protokollierte (schließlich durften wir Kinder die Internetzeit selbst vom Taschengeld zahlen!) freie Minute, um mich mit Leuten aus ganz Deutschland über das tolle neue Medium, Musik und das Leben im Allgemeinen auszutauschen. Dort lernte ich den Punk kennen. Millencolin, NoFX, LagwagonReel Big Fish (ich zweifelte sehr daran, dass die Schreibweise von sowohl der Band als auch deren Coversong Come on Eileen richtig war, aber wurde eines Besseren belehrt), nur der heiße Scheiß. Ich habe amazon lieben gelernt. Bei icq war ich mindestens zwei Stunden am Tag online (nicht away, nicht mal invisible!), um zu chatten. Und bei der Entdeckung, dass die neuen Britney-Lyrics schon am Tag der Plattenerscheinung im Netz zu lesen waren, blieb mir doch glatt die Spucke weg. So schnell ist das World Wide Web? Wahnsinn!

Doch heute ist alles anders. Das Internet ist überall. WLAN ist überall verfügbar. Jeder kann mit seinem Smartphone oder Notebook jederzeit Facebook-Seiten liken. Seinen Status posten. HD-Videos auf Youtube channeln. Spiegel online checken. Seine iPhone-Fotos instagrammen. Die aktuelle How I Met Your Mother-Folge streamen. Das neue Rihanna-Album downloaden. Die heißesten Cocktail-Dresses bei zalando shoppen.

Und ich, was mache ich?

Die meiste Zeit gar nichts. Das Internet langweilt mich. Ich schaue auf Facebook nach neuen Nachrichten ("null"), gehe meine Bloglovin'-Liste durch ("You have no unread posts."), checke meine Last.fm-Seite ("keine neuen Aktivitäten") und stöbere, wenn ich einen guten Tag habe, mal bei eBay nach neuen Büchern ("Sie wurden überboten").

Ich lese keine Nachrichten-Seiten. Ich bin in keinem Forum aktiv. Ich öffne mein Skype nur, wenn ich wirklich skypen will. Früher gab es viel mehr zu entdecken. Heute sitze ich nur meine Zeit ab, während ich merke, dass nichts passiert. Und doch kann ich auch nicht ohne.

Gott, das Internet langweilt mich wirklich.

It's Britney, bitch!
(Und ja, ich konnte den Tanz auswendig. Muss sehr gut ausgesehen haben.)

1 Kommentar :

  1. Ich kenn das. Hab das bei mir darauf zurückgeführt, dass ich selbst das Internet passiver benutze, als früher. Früher war ich noch pro-aktiv auf der Suche nach interessanten Foren, Events, Artikeln & Co. Seit Facebook erwarte ich praktisch, dass mir diese Infos zufliegen, was auch passiert, allerdings extrem selektiv - wirklich innovatives kommt allerdings selten an. Ich persönlich glaube, dass diese Sammeldienste (FB, Twitter, Blogs, etc.) inzwischen mehr den Horizont beschränken, als erweitern.
    ~ Nils

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