Montag, 2. Januar 2012

katy's greaties | Zweitausendelf

Schon wieder ein Jahr vorbei, und obwohl ich sowas eigentlich hasse, werde ich mich mal dem allgemeinen Fazit-Ziehen anschließen und lege euch voller Freude meine Best of-Listen für 2011 dar. Enjoy!


Bestes Buch:
Jonas Jonasson, Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Es war Liebe auf den ersten Blick. Kaum bei amazon entdeckt, lief ich schnurstracks in den nächsten Thalia-Shop, nahm das Buch mit und fing an zu lesen. Diese Geschichte fesselt von der ersten Seite an: Allan Karlsson steigt an seinem hundertsten Geburtstag aus dem Fenster seines Altenheimzimmers in Malmköping, um kurz darauf ohne Pläne und Schuhe vor einem verlassenen Bahnhof mitten in der Wildnis zu stehen. Doch Allan wäre nicht Allan, wenn er nicht auch durch so eine scheinbar harmlose Tat direkt von einem Abenteuer ins nächste stolpern würde. Immerhin hat er im letzten Jahrhundert mal eben die gesamte Weltpolitik entscheidend beeinflusst - und das, obwohl er weder eine Ahnung von noch ein Interesse an Politik hat. Bald schon sind eine Verbrecherbande, die Presse und auch Polizei auf seinen Fersen, aber Allan lebt sein Leben weiter wie immer: mit extremer Gelassenheit und resignierender Weisheit.
Dieses Buch über das Leben des Sprengstoffexperten ist vermutlich -und ohne Übertreibung- die beste Geschichte, die ich jemals gelesen habe. Ein eigensinnig stumpfer Erzählton, ein überragender Roadtrip und nebenher lernt man auch noch etwas über die Politik der vergangenen siebzig Jahre: Wer dieses Buch nicht liest, hat keinen Sinn für anständige Literatur.

Auch gut:

  • Paige Toon, Lucy in the Sky: "Hi Lucy! Habe gerade mit James in deinem Bett geschlafen. Dachte, du solltest das wissen. 4mal diesen Monat. Hübsche Bettwäsche! XXX" - Was macht man, wenn man diese SMS vom Handy des eigenen Freundes direkt vor einem 13-Stundenflug von London nach Sydney bekommt? Glaubt man seinem Freund, dass das alles nur ein Scherz von Arbeitskollegen war, oder wird man doch misstrauisch? Nette Liebesgeschichte der etwas anderen Art.
  • Simon Beckett, Die Chemie des Todes: In einem kleinen englischen Dorf werden innerhalb von kurzer Zeit mehrere Leichen gefunden, und der neu zugezogene Arzt David Hunter, ehemals forensischer Anthropologe, soll den Fall lösen. Grauenvoll detailtreuer und doch ziemlich menschlicher Thriller, der sich schön leicht lesen lässt. Auch der Nachfolger Kalte Asche ist empfehlenswert!
  • Jenny Downham, Bevor ich sterbe: Die sechzehnjährige Tessa hat den jahrelangen Kampf gegen ihre Leukämie verloren und wartet auf den Tod. Doch vorher hat sie noch eine Liste abzuarbeiten: Sex haben, Drogen nehmen, so viele Gesetze wie möglich brechen - sie will das Leben kennenlernen, wie gesunde Menschen es auch können. Doch dann verliebt sie sich. Und da kommt eine gewisse Ethik ins Spiel: Ist es aber sinnvoll, sich zu verlieben, wenn man bald nicht mehr da ist? Unfassbar emotionaler Roman, der einem einmal mehr deutlich macht, wie viel Glück man hat, gesund zu sein.

Dieses Jahr war ich literarisch ziemlich weltenbummlerisch unterwegs. Ich habe durch meine Bücher so viele Länder (gedanklich) besucht, dass es sich sogar lohnt, eine Weltkarte zur Anschauung zusammenzubasteln. Tadaa!





Wie man sieht, bin ich ganz schön rumgekommen! Lediglich Südamerika und Afrika wurden etwas vernachlässigt, aber abgesehen davon war ich überall: Australien, China, Deutschland, England, Frankreich, Indien, Indonesien, Iran, Italien, Kanada, Nordkorea, Russland, Schottland, Schweden, Spanien, USA. Lässt sich doch sehen, oder?

Bester Film:
Crazy, Stupid, Love.
Emma Stone, muss ich mehr sagen? Romantische Komödien haben es mir ja seit jeher angetan, aber diese hier ist wirklich was besonderes. Der wunderbare, aber alternde Steve Carell gerät nach seiner Scheidung in eine Lebenskrise und lässt sich vom Charmebolzen Ryan Gosling (ürigens definitiv nicht der Sexiest Man Alive!) mal so richtig auf den neuesten Stand bringen: schnieke Klamotten, heiße Ladies und dazu die passende Attitüde - plötzlich ist Steve ein ganz anderer Mensch. Oder auch doch nicht? Nebenher lernt Ryan die coole, leicht durchgeknallte Emma Stone kennen und merkt zum ersten Mal in seinem Leben, was Liebe bedeutet. Klingt alles recht kitschig und wie jeder zweite Frauenfilm, aber dieser Film ist anders. Ich habe mich selten so fremdgeschämt (wie ich dieses Wort hasse, aber es passt leider perfekt) und trotzdem so amüsiert. Bisher konnte ich diesen Streifen auch sowieso erst einmal sehen - da bleibt noch einiges an Verbesserungspotential. Wird auf jeden Fall auf DVD gekauft, sobald er erscheint!

Auch gut:
  • Breaking Dawn, Part 1: Obwohl (oder gerade weil!) das vierte Buch unfassbar nervig, langwierig, langweilig und dämlich war, kann man vielleicht meine Überraschung erahnen, die mich während meines Kinobesuchs von Film Nummer 4.1 ereilte, denn: Der Film war der Hammer! Natürlich kann man auch nicht richtig enttäuscht werden, wenn man im Grund mit gar keiner Erwartungshaltung in den Saal geht, aber dass ich im Gegenteil auch noch mit freudiger Erregung den Entschluss fasse, ihn mir ein zweites Mal anzusehen (was ich dann doch nicht getan habe), damit war kaum zu rechnen! Aber nun kann es nur noch bergab gehen. Der fünfte Teil MUSS einfach schlecht werden. Bei der Story.
  • Source Code: Eigentlich sind mir Jake Gyllenhaal-Filme eher ein Graus als eine Quelle von Freude. Aber dank der Überredungskünste einer lieben Person wagte ich mich vor einer Weile in seinen neuesten Streifen und wurde mehr als überrascht. Mister Gyllenhaal muss mal wieder die Welt retten. Diesmal mit Hilfe von achtminütigen Zeitreisen in einem Zug Richtung Chicago, in dem er den bösen Mister Bombenleger finden und ausschalten muss - während er selbst als Soldat in einer ganz anderen Realität rumlungert. Doch bis er die Übeltäter nicht gefunden hat, muss er dieselben letzten Minuten in dem Todeszug immer und immer wieder durchleben. Sehr spannend, auch wenn die Story sehr platt wirken mag.
  • Kill The Boss: Jason Bateman und seine zwei (mir unbekannten) Loserfreunde haben keinen Bock mehr auf ihre Chefs. Der Entschluss ist schnell gefasst: die sexsüchtige Jennifer Aniston, der sadistische Kevin Spacey und der diskriminierende Colin Farrell müssen halt kurzerhand ermordet werden! Einfacher gesagt als getan, denn dümmer als die drei Möchtegern-Killer kann man sich eigentlich nicht anstellen, und so werden die Bosse auch gern mal wiederbelebt, anstatt sie an ihrem Allergieschock krepieren zu lassen. Das Tolle an diesem Film ist die Tatsache, dass ich erwartet hatte, zwei Stunden lang ein wenig amüsiert zu werden, aber ich habe wirklich Rotz und Wasser geheult, denn was man hier sieht, ist einfach nur hammerhart!
  • Beginners: Ewan McGregors Papi outet sich kurz vor seinem Tod als schwul und nimmt sich direkt einen ziemlich jungen Liebhaber. Ewan selbst lernt die verträumte französische Schauspielerin Mélanie Laurent kennen und lieben. Das ist eigentlich schon die ganze Geschichte. Aber auf so schöne Weise inszeniert und gefühlvoll geschildert, dass dem Film eine wunderbare Reise irgendwo zwischen Trauer und Witz gelingt.

Beste Musik:
Musikalisch bin ich auch dieses Jahr mal wieder nicht weit gekommen. Positiv hervorheben kann ich im Grunde nur Folgendes:

  • Bon Iver, Bon Iver: Großartiger Indiefolk, sehr gefühlvoll und wunderschön. Mehr Wörter muss man zu Bon Iver wahrlich nicht verlieren. Favoriten: Holocene, Perth.
  • Big Talk, Big Talk: Killers-Kerl Brandon Flowers macht sein eigenes Ding - na und? Das kann Drummer Earl Hickey Ronnie Vannucci doch auch. Und ja, wie er das kann! Da ist zwar nichts dabei, was man nicht schon gehört hat, aber eben den gewohnten Killers-Sound kriegt der Junge auch ohne das Blumenkind hin. Sehr toll! Favoriten: ReplicaKatzenjammer.
  • Matt Corby, Into The Flame EP: Bester Song des Jahres für mich ist ja bekanntermaßen Matt Corbys Souls A'fire. Seh ich auch immer noch so. Sag ich auch nichts mehr zu. Anderes göttliches Lied der EP: Brother.
  • dEUS, Keep You Close: Ohweh, welch dunkle Töne mit dem gewissen Hang zu Hymnen, die aus dem Nichts kommen! Großartig! Favoriten: Keep You Close, Dark Sets In.
  • Kaiser Chiefs, The Future Is Medieval: Diese Band hat es mir ja schon immer angetan, und auch das aktuelle Album lief bei mir auf Dauerschleife. Favoriten: Little Shocks, Starts with Nothing.
  • Noah & The Whale, Last Night On Earth: Wer gerne mal fröhliche, aber nicht nervige Musik hört, wird hier ein kleines Highlight finden. Noah & The Whale machen Spass, ohne dafür Feuer aus ihren Brüsten pusten zu müssen. Schön für den Sommer, aber auch für sonnige Wintertage (oder die, die man sich herwünscht). Favoriten: Life is lifeTonight's the Kind of Night.
  • Kasabian, Velociraptor!: Selten dummer Name für ein Album. Aber Kasabian dürfen das, und wir lernten auch alle fleißig die Aussprache. Bei dieser Platte ein unbedingtes Muss, auch wenn man "nur" die gewohnten Beats bekommt. Favoriten: Days Are Forgotten, Goodbye Kiss.
  • Someone Still Loves You Boris Yeltsin, Let It Sway: Eigentlich schon 2010 auf den Markt gebracht, aber ich brauche ja manchmal ein bisschen länger. Ein Jahr später von mir durchgehört und als sehr gut empfunden. Der Indie-Pop wird hier nicht neu erfunden, ist aber mitsamt Orgel und Weezer-Style nichtsdestotrotz sehr schön anzuhören. Favoriten: Cardinal RulesSink/Let It Sway.
  • Mastodon, The Hunter: Erst vor kurzem zu meiner Musiksammlung hinzugekommen, doch schon jetzt ein Liebling. Grandioser progressiver Metal, der mir als ehemaliger Tool-Fan sehr entgegenkommt. Favoriten: Curl Of The Burl, Stargasm.
  • White Lies, Ritual: Das zweite Album ist immer schwierig, muss es aber nicht sein. Zu Hören auf dem nahtlos ans Erstlingswerk anknüpfende Rituals, das unverhofft episch ist. Favoriten: Holy Ghost, Turn The Bells.

Zu guter Letzt kann ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch die schlimmen Seiten des Jahres aufzuzeigen.

Schlechtestes Buch:
David Nicholls, Zwei an einem Tag: Da gewinnt man schon mal ein Buch, und dann das. Lahme Story, dumme Protagonisten. Einfach dämlich und weniger als gar nicht empfehlenswert. Da bin ich wirklich froh, keinen einzigen Euro investiert zu haben!

Schlechtester Film:
Fremd Fischen: Gude Güde! Langatmig, unnachvollziehbar, einfach nur bescheuert! Ich stehe ja sehr auf Kitschfilme, aber dieser hier ging mir einfach nur auf die Nerven, und wenn ich nicht zufällig im Kino gegessen und dafür Geld bezahlt hätte, würde ich bis heute nicht wissen, was für ein (ödes) Ende diese Geschichte nimmt. Was habe ich mir überhaupt gedacht, es ist ein Kate Hudson-Film... Übrigens genauso blöde: Rio. 3D und nichts dahinter. Nicht anschauen!

Das war mein Jahr zweitausendelf. Und wen interessierts? Mir doch egal, ist doch mein Blog.

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